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Experiment 1,
2003:
Diese Untersuchung wurde im Rahmen der Diplomarbeit von Nadine
Wirschum (siehe Wirschum,
2003) durchgeführt und beschäftigt sich mit
folgender Fragestellung:
Wie kann man Internetnutzer bei der Überprüfung
der Suchergebnisse unterstützen?
- Kurzbeschreibung des Versuchs:
- Auf der Suchanfrage basierende Suchergebnisliste,
die 25 Webseiten zur Suchanfrage "Assessment Center
Bausteine" auflisten
- Typische Probleme/Fragestellungen:
- Welche Informationen werden bei der Suchergebnisüberprüfung
genutzt und dürfen demnach in einer Suchergebnisliste
nicht fehlen?
Besonders bei der Komponente „Zusammenfassungen“
besteht Verbesserungsbedarf.
-
Wie kann man die von vielen Suchmaschinen
üblicherweise verwendete Suchergebnislisten,
die auf der Suchanfrage basierende Zusammenfassungen
(Zusammenfassungen mit Sätzen, die Begriffe aus
der Suchanfrage enthalten) verwenden, verbessern?
-
Vorgehensweise:
Die auf der Suchanfrage basierenden Zusammenfassungen
wurden anhand von zwei Kriterien verbessert. Durch
diese soll der Kontext, in dem die für die
Zusammenfassung extrahierten Sätze stehen,
sowie Struktur und Aufbau der jeweiligen Dokumente,
deutlicher erkennbar werden.
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Hinzufügen
von Überschriften aus den Absätzen
der entsprechenden Gesamtdokumente, aus denen
die für die Zusammenfassungen extrahierten
Sätze stammen.
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Hinzufügen
von Punkten als Zeichen von Nähe
zwischen den extrahierten Sätzen: Entsprechend
der Anzahl der Zeilen zwischen zwei Sätzen
im jeweiligen Gesamtdokument wurde in der Zusammenfassung
die Anzahl der Punkte zwischen ihnen variiert.
- Versuchsaufbau:
Die beiden Suchergebnislisten (Original-Liste und
verbesserte Liste) wurden in einer empirischen Studie
mit 42 Versuchspersonen miteinander verglichen.
-
Ergebnisse:
Die statistische Analyse der Leistung der Nutzer
in Bezug auf das Lösen der ihnen gestellten
Suchaufgabe in der verbesserten Bedingung war höher
als in der Originalbedingung (54% vs. 37%). Außerdem
konnte gezeigt werden, dass die Nutzer trotz der
größeren Menge an Informationen, die
diese verbesserte Liste enthält, nicht mehr
Zeit brauchen, um über die Relevanz der einzelnen
Treffer zu entscheiden. Zudem wurden die verbesserten
Zusammenfassungen als benutzerfreundlicher eingestuft.
- Fazit
Durch das Einzufügen der genannten Informationen
in auf der Suchanfrage basierende Zusammenfassungen
ist eine Unterstützung des Suchprozesses möglich.
- Wie läuft der Suchprozeß ab?
- Vorgehensweise:
- Der Ablauf des Prüfprozesses wurde untersucht
durch die Blickbewegungsaufzeichnung der Probanden
mittels eines stationären Eyetrackers
(ASL Modell 504).
- Siehe auch die während des Versuchs aufgezeichneten
Videos.
-
Ergebnisse:
Es konnten zwei unterschiedliche Strategien beim Überprüfen
der Suchergebnislisten gefunden werden, die sich unterscheiden
bezüglich des Zeitpunkts, zu dem ein Suchergebnis
angeklickt wird, um das dazugehörige Dokument
genauer zu untersuchen:
-
Sofortiges Öffnen der
Dokumente (Tiefensuche)
Personen, die nach dieser Prüfstrategie vorgehen,
klicken einen Treffer, den sie für relevant
halten, direkt an.
-
Späteres Öffnen der
Dokumente (Breitensuche)
Personen, die diese Strategie anwenden, verschaffen
sich zuerst einen Überblick über die
gesamte Suchergebnisliste oder einen Teil davon,
bevor sie sich entscheiden, welches Suchergebnis
angeklickt wird.
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Fazit:
Da die Nutzer beider Vorgehensweisen gleichermaßen
das vorgegebene Suchproblem bewältigen konnten,
kann man davon ausgehen, dass die verbesserte Suchergebnisliste
zur Unterstützung beider Strategien geeignet
ist.
Experiment 2,
2004:
Reine Tiefensuche |
Teileweise Breitensuche |
Reine Breitensuche |
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In Experiment 2 wurde jede der 27 Versuchspersonen
gebeten, zwei Aufgaben, ähnlich Experiment 1 durchzuführen,
wobei sie 5 Minuten für jede Aufgabe Zeit hatten. Um
eine Situation zu schaffen, in der eine Breite-Zuerst-Verarbeitung
verhältnismäßig attraktiv schien, durften
die Versuchspersonen höchstens 10 der 25 aufgeführten
Dokumente zu öffnen. Für jedes relevante Dokument,
das gefunden wurde (ungefähr die Hälfte aller Dokumente
waren relevant) wurden sie belohnt. Auch hier konnten wieder
kontrastierende Strategien festgestellt werden: 52% der Versuchspersonen
zeigten praktisch keine Tendenz, in der Liste zu vorauszuschauen.
Eine Minorität von 11% verwendete die extreme Breite-Zuerst-Strategie
und las die gesamte Liste durch, bevor sie irgendein Dokument
öffnete; die restlichen 37% wendete eine Mischstrategie
an und schauten im Durchschnitt 2 bis 6 Dokumenten innerhalb
jeder Liste voran.
Veröffentlichungen zu diesem Thema: siehe Klöckner,
Wirschum, and Jameson (2004).
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